Mercer | Job oder Berufung? Wie denken Mitarbeiter über ihren Beruf?

Job oder Berufung? Wie denken Mitarbeiter über ihren Beruf? | Mercer

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Job oder Berufung? Wie denken Mitarbeiter über ihren Beruf?
Job oder Berufung? Wie denken Mitarbeiter über ihren Beruf?
Calendar22 November 2018

Von Patrick Hyland, Ph.D, Experte bei Mercer | Sirota

Nach Meinung zahlreicher Experten gehört die Zeit linearer Karrierepfade und einheitlicher Beschäftigungsverträge längst der Vergangenheit an. In der heutigen Gig-Ökonomie möchte eine steigende Anzahl an Arbeitnehmern ihren eigenen, individuellen Weg gehen und eigenständige Beschäftigungsvereinbarungen mit Ihren Arbeitgebern treffen. Infolgedessen passen immer mehr Unternehmen ihre Arbeitsumgebungen und Karrierewege an ihre Mitarbeiter an.

Die Schaffung eines Arbeitsumfelds, das den besonderen Bedürfnissen einer vielfältigen Mitarbeitergruppe gerecht wird, erfordert ein tiefes Verständnis dafür, wie die Menschen über ihre Arbeit denken. Untersuchungen von Amy Wrzesniewski und ihren Kollegen (1997) zeigen, dass Menschen unterschiedliche Perspektiven im Hinblick auf die Bedeutung von Arbeit haben. Einige sehen ihren Beruf nur als Job, sprich: als Mittel zum Gelderwerb. Andere betrachten ihren Beruf als Sprungbrett für ihre Karriere. Und einige sehen in ihrer Arbeit ihre Berufung oder Bestimmung.

Basierend auf Wrzesniewskis Forschung haben wir eine Diagnosefrage zur Selbsteinschätzung entwickelt, um zu untersuchen, wie Arbeitnehmer über ihren aktuellen Beruf denken. Diese Frage haben wir zusammen mit anderen Fragen zu Mitarbeiterengagement und organisatorischer Effektivität einer unternehmensübergreifenden Stichprobengruppe von über 1.700 Mitarbeitern in kleinen, mittleren und großen Unternehmen gestellt. Als Ergebnis erhielten wir drei wichtige Erkenntnisse:

1. Die meisten Menschen sehen ihren Beruf nur als einen Job. 
Unsere Stichprobe ergab, dass 39 Prozent der Befragten ihren aktuellen Beruf nur als Job betrachten, 33 Prozent sehen ihn als Karrieresprungbrett und 28 Prozent als persönliche Berufung oder Berufung.

2. Engagement Levels variieren je nachdem, wie die Menschen ihren Beruf sehen.
90 Prozent der Mitarbeiter, die ihren aktuellen Beruf auch als ihre Berufung betrachten, sind engagiert. Im Gegensatz dazu sind nur 48 Prozent der Mitarbeiter, die ihren jetzigen Beruf als reinen Job betrachten, engagiert. Karrierefokussierte Mitarbeiter liegen dazwischen: 72 Prozent sind engagiert.

3. Ein Gefühl der Berufung erfordert eine sinnvolle Arbeit, klare Karrierewege und kollaborative Führung.
Basierend auf der Analyse sind Mitarbeiter eher der Meinung, dass ihre Arbeit eine Berufung ist, wenn (a) die getane Arbeit ihnen das Gefühl vermittelt, dass sie persönlich etwas geleistet haben; wenn (b) sie optimistisch sind, dass sie ihre Karriereziele in ihrem Unternehmen erreichen können; und wenn (c) sie der Meinung sind, dass Führungskräfte ihre Mitarbeiter als vertrauenswürdige Partner und Kollegen behandeln.

Die Studienergebnisse unterstreichen die Bedeutung des sogenannten „job fit“: Wie gut passt ein Beruf zum Arbeitnehmer? Wenn Mitarbeiter einen für sie sinnvollen Beruf ausüben, sind sie motivierter, engagierter und belastbarer. Unternehmen können ansprechendere Erfahrungen für ihre Mitarbeiter schaffen, indem sie sicherstellen, dass Mitarbeitern Aufgaben und Rollen zugewiesen werden, die für sie persönlich von Bedeutung sind und ein starkes Gefühl von Zweck und Erfüllung vermitteln.

Dieser Beitrag ist eine Übersetzung des Artikels „Exploring How Employees Think About WorK”, der am 24. Januar 2018 im Mercer | Sirota Blog erschienen ist.

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