Mercer | „Expats erwarten umfangreiche Pakete zur Absicherung"

Mercer | „Expats erwarten umfangreiche Pakete zur Absicherung"

Interview: Expat Health

„Expats erwarten umfangreiche Pakete zur Absicherung"

30.03.2017

Die Zahl der Entsendungen nimmt in vielen Unternehmen und Branchen deutlich zu. Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Absicherung der entsendeten Mitarbeiter stärker an Bedeutung. Welche Trends zu beobachten sind und vor welchen Herausforderungen Unternehmen beim Schutz ihrer Expats stehen, erklärt Michael Braun, Head of Health Insurance bei Mercer im Interview.

Welche Trends im Bereich Expat Health sehen Sie aktuell?
 

Am auffälligsten ist, dass die Unternehmen ein deutlich breiteres Spektrum an Dienstleistungen nachfragen. Bis vor kurzem stand hauptsächlich die Krankenversicherung im In- und Ausland im Fokus. Heute werden wir immer häufiger auch auf Risikoversicherungen, wie beispielsweise Lebens- und Unfallversicherungen, angesprochen. Auch bei sogenannten Assistance-Leistungen, also konkreten praktischen oder unterstützenden Dienstleistungen für Entsendete und deren Familien, steigt die Nachfrage. Globale Versicherungslösungen, etwa bei Unfällen, Invalidität und Tod sowie Sicherheit im Allgemeinen, helfen dabei, den Erfolg der Geschäftstätigkeit im Ausland sicherzustellen. Solche Benefits sind aber ebenfalls ein wichtiges Element, um Schlüssel-Talente längerfristig an das Unternehmen zu binden.

Natürlich möchten aber nicht nur die Unternehmen für ihre Mitarbeiter vorsorgen, auch die Expatriates selbst erwarten von ihren Arbeitgebern ein umfangreicheres Paket, das nicht nur im Falle von Krankheit absichert. Naturkatastrophen oder Risiken durch steigende Kriminalität, politische Instabilität oder die Bedrohung durch Terror in bisher als sicher geltenden Ländern führen dazu, dass entsendete Mitarbeiter bessere Vorsorge durch das Unternehmen fordern.

Im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht sollten Arbeitgeber reisende Mitarbeiter durch gezielte Information vor und während des Auslandsaufenthaltes unterstützen. Auf diese Weise können sie vermeidbare Risiken minimieren.

Was sind für Arbeitgeber bei der Absicherung der Expats die größten Herausforderungen?
 

Im Mobility-Bereich hat sich in den letzten Jahren viel getan und durch diese Veränderungen werden die Anforderungen an Versicherungsverträge immer komplexer. Unsere Studien belegen, dass über die Hälfte der Unternehmen weltweit eine Zunahme der kurzfristigen Auslandsentsendungen erwartet, aber auch die Zahl langfristiger und alternativer Entsendungen ansteigen wird. Dadurch nehmen in den Unternehmen die Herausforderungen im Zusammenhang mit Entsendungen zu, Aufgaben multiplizieren sich und werden zunehmend zentral gesteuert. Das führt dazu, dass Unternehmen, die ihre Kapazitäten immer stärker zentralisieren, mehr Unterstützung bei der Identifizierung geeigneter Spezialtarife oder lokaler Lösungen benötigen. Fehlende Expertise oder Unkenntnis der bestehenden Verträge führen oftmals zu unnötig hohen Kosten für das Unternehmen.

In einigen Fällen müssen Anforderungen zur Absicherung der Entsendeten erfüllt werden, die es in deren Heimatland gar nicht gibt. Um eine einheitliche Absicherung aller Expats zu gewährleisten, muss eine Lösung gefunden werden, die unabhängig von den verschiedenen Märkten ist. Gegebenenfalls müssen Arbeitgeber für im Heimatland zugesagte Absicherungen, wie zum Beispiel Benefits oder Sozialversicherungen, Alternativen suchen und anbieten.

Gibt es weitere spannende Entwicklungen, die Sie beobachten?
 

Das Thema Compliance rückt deutlicher in den Fokus. Erhebliche rechtliche Veränderungen und sich daraus ergebende neue Situationen können Unternehmen häufig nicht allein bewältigen. So müssen abhängig vom Entsendeland geeignete lokal zugelassene Versicherer identifiziert werden, damit beispielsweise Expatriates überhaupt ein Visum erhalten oder dessen Verlängerung nicht gefährdet wird.

Immer mehr  Unternehmen beschäftigen zudem  Impats oder Mitarbeiter verbleiben im Entsendeland und werden lokalisiert. Auch hier entsteht die Erwartungshaltung, daß in diesem Fällen eine ausreichende Versorgung gewährleistet oder zumindest angeboten wird. Auch hierbei haben wir steigende Hürden wahrgenommen, die Beratungsbedarf generieren.

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