SUSTAINABLE DEVELOPMENT GOALS

Responsible Leadership: Verantwortung wahrnehmen, wo immer es geht 

 

14. Juli 2020

Mag. Erika Karitnig
Organisationsberaterin & Business Coach


Wir leben in einer Wendezeit. Vieles verändert sich – sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich und politisch. Die großen Herausforderungen unserer Zeit, wie die Klimaveränderung, globale Migration, Ungleichverteilung, Armutsbekämpfung brauchen Lösungen. Immer stärker rückt dabei die Frage einer grundsätzlichen Veränderung der Haltung ins kollektive Bewusstsein. Erforderlich sind neue Führungs- und Leitbilder genauso wie zugehörige Leadership-Konzepte, die gesamtgesellschaftliche Verantwortung einschließen und über den eigenen Tellerrand weit hinausblicken.

Responsible Leadership als Maxime

Im klassischen Führungsverständnis geht es um die Gewinnmaximierung für das eigene Unternehmen und dessen Eigentürmer. Dem Ziel des Shareholder Value wird alles andere untergeordnet.

Responsible Leadership spannt einen deutlich breiteren Bogen. Hier geht es um wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Kriterien, die Entscheidungen beeinflussen. Verantwortung hört nicht beim Eigentümer auf, sondern umfasst gleichermaßen Stakeholder, Gesellschaft und Umwelt. Die Beurteilung von Bedingungen wird um eine ethische Komponente erweitert. Die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen (SDGs) bieten einen passenden Rahmen hierfür. Responsible Leadership bedeutet, sich diesen Zielen verpflichtet zu fühlen und regelmäßig darüber nachzudenken, in welcher Form die SDGs durch das eigene Handeln unterstützt werden können.

Woran erkennt man Responsible Leaders?

Responsible Leaders handeln zukunftsgerichtet, mit einem langfristigen Horizont. Sie berücksichtigen die Interessen möglichst vieler Stakeholder: EigentümerInnen, MitarbeiterInnen, KundInnen, LieferantInnen und GeschäftspartnerInnen. Dafür stehen sie in engem Kontakt zu diesen Stakeholdern, setzen auf Vernetzung und Kooperation und suchen langfristige Win-Win-Lösungen. Dies bedeutet zum Beispiel auch, bei der Auswahl von Zulieferbetrieben zu überprüfen, ob ethische und ökologische Mindeststandards eingehalten werden. Responsible Leaders denken ganzheitlich, lernen miteinander und voneinander, sie inspirieren sich gegenseitig und andere.

Konkret handeln Responsible Leaders nachhaltig gut für sich selbst, die Gesellschaft und die Umwelt. Responsible Leadership hat es immer schon gegeben. Das Neue an der aktuellen Bewegung ist die strukturierte Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln in Bezug auf Verantwortung: regelmäßige Selbstreflexion, Vernetzungstreffen und stärkere Awareness sorgen für ein ständig steigendes Verantwortungsbewusstsein.

Wie werden Responsible Leaders aktiv?

Konkret handelt ein Responsible Leader auf unterschiedlichen Ebenen. Individuell geht es um das Bewusstsein der eigenen handlungsleitenden Werte und der eigenen Antreiber sowie die Arbeit an der persönlichen Entwicklung. Sich seiner selbst bewusst zu sein und ein gewisses Maß an Selbstfürsorge sind günstige Voraussetzungen für den konstruktiven Umgang mit anderen. Arbeit an der eigenen Resilienz und aktive Gesundheitsvorsorge gehören hier genauso dazu wie regelmäßiges Hinterfragen der eigenen Verhaltensmuster im Coaching oder mittels „Journaling“ – einer Art Tagebuch zur Selbstanalyse.

Im Umgang mit Stakeholdern agieren Responsible Leaders fair, wertschätzend und inspirierend und versuchen, wo immer möglich, nachhaltige Win-Win-Lösungen zu erreichen. Als Beispiel sei hier der Umgang mit MitarbeiterInnen genannt: wertschätzende Kommunikation und konstruktive Rückmeldungen dienen dem Feedbackgeber ebenso wie dem Feedbacknehmer.

Im Unternehmen achten sie auf eine unterstützende Unternehmenskultur, indem sie ihre Werte und Prinzipien nachdrücklich vertreten und einfordern – auch wenn es einmal unangenehm wird. Sie sorgen für Transparenz und Offenheit und versuchen negative Einflüsse auf Mensch, Gesellschaft und Umwelt wo immer möglich zu reduzieren. Responsible Leaders hinterfragen beispielsweise neue Geschäfts- oder Produktideen nach der Passung zum eigentlichen Zweck des Unternehmens (Stichwort purpose) und den proklamierten Werten.

Auf Ebene der Gesellschaft und der Umwelt versuchen Responsible Leaders den positiven Einfluss, den sog. Impact, den ihr Unternehmen hat, zu verstärken, den negativen Impact hingegen zu reduzieren. So fragen Sie beispielsweise regelmäßig nach, wie es um Fortschritte beim CO2-Fußabdruck des Unternehmens steht.

Jeder handelt dabei im Rahmen seiner Möglichkeiten. Responsible Leaders sind jene, die in ihrem Wirkungskreis, also quasi „im Kleinen“ damit beginnen, die Welt zu verändern. Für die einen ist es der wertschätzende Umgang mit Menschen, die ihnen begegnen. Für andere steht die CO2-Neutralität ihres Unternehmens im Fokus. Mit den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) der Vereinten Nationen steht Responsible Leaders ein breites Wirkungsfeld zur Verfügung. Sie leisten ihren Beitrag dazu und übernehmen Verantwortung.

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