IMPACT

Die Impact Journey

 

19. März 2020

Angelika Delen
Head of Institutional & Distribution Clients, and Social Responsibility Investment (SRI)


Mit den 17 Zielen (Sustainable Development Goals, SDGs) soll eine  nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene gesichert werden. Die notwendige Transformation auf Grundlage der SDGs soll bis 2030 gelingen. Doch für die Umsetzung wird Kapital benötigt – denn bereits heute haben wir eine Finanzierungslücke auf mehreren Ebenen, die geschlossen werden muss.


Wie schon im vorherigen Blog erwähnt, gibt es derzeit sowohl einen Druck seitens der Politik als auch der Gesellschaft auf die Wirtschaft und Finanzindustrie, mit der Implementierung der SDGs positive Effekte auf sozialer, ökologischer und ökonomischer Ebene zu erzielen. Die Europäische Kommission möchte mit der Taxonomie private und öffentliche Gelder zu einer nachhaltigen Finanzierung ankurbeln und damit die Umlenkung des Kapitals in nachhaltig, wirtschaftliche Projekte lenken. „Die Fridays for Future“-Bewegung hat in der Gesellschaft das Bewusstsein für die Dringlichkeit gestärkt. Etliche Unternehmen im Finanzsektor haben bereits angefangen, die SDGs in ihren Produkten auszuweisen. Dabei geht es darum, welche der 17 SDG-Ziele mit dem Produkt bzw. dem Service übereinstimmen.


Was wäre, wenn wir unsere Investmententscheidung anhand des Impacts träfen oder die Impactanalyse in den Entscheidungsprozess einbauen? Die SDGs bieten das notwendige Rahmenwerk, eine Orientierungshilfe. Aber sollten wir der Analyse des Impacts Vorrang geben? Derzeit werden die SDGs auf oftmals bereits bestehende Produkte angewendet. Es wurden also bisher keine neuen Produkte auf Grundlage einer Analyse auf den Markt gebracht.


Die Finanzierungslücken für die Erreichung der SDG-Ziele wird u.a. von der UN, OECD und IWF dargelegt.  Derzeit ist keine Erhöhung der Finanzmittel zum Erreichen der Ziele ersichtlich. Im Gegenteil, laut IWF nimmt das öffentliche Investitionskapital eher ab als zu. Dabei besteht ein Finanzierungsbedarf von insgesamt USD 2,6 Billionen. Die UN weist darauf hin, dass von den rund 200 Billionen USD nur ein kleiner Anteil in die Nachhaltigkeit investiert wird. Wir wissen bereits heute, wo wir dringend Kapital benötigen werden. Wenn wir uns die Klima- und Energieziele 2030 ansehen, dann ist schon jetzt klar, dass wir einen jährlichen Investitionsrückstand von ca. 270 Mrd. EUR haben werden. Dies geht aus dem Aktionsplan der Europäischen Kommission zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums hervor. Die veröffentlichten Schätzungen umfassen die Modernisierung von Verkehr und Logistik, den Ausbau von Energienetzen, größere Energieeinsparungen sowie erneuerbare Energie und Verbesserung des Ressourcenmanagements. Für eine neue (globale) Infrastruktur sind 90 Billionen US-Dollar für den Zeitraum 2015 bis 2030 notwendig, so der MMC-Report „Financing for climate resiliance“ von 2017. Der Kapitalmarkt spielt für die SDGs eine Schlüsselrolle bei der Überbrückung der finanziellen Lücke. Die Europäische Kommission ist längst zu dieser Erkenntnis gekommen und setzt mit ihrem Aktionsplan genau darauf.


Allen Akteuren ist klar, dass der Kapitalmarkt hier eine Schlüsselrolle spielt – aber die Verantwortung liegt nicht nur hier. Wie sieht es mit der Agrarwirtschaft, dem Bauwesen, Transport und Technologie aus? Auch hier sind Impactanalysen und ein aktives Management des Impacts notwendig, um richtungsweisende Investitionen für die Zukunft umzusetzen.


Aber was passiert, wenn wir „Impact Investing“ als einen zentralen Prozess ansehen und diesen in unserer Entscheidungsfindung einbauen, also auf eine „Impact Journey“ setzen? Würde dies nicht automatisch dazu führen, die SDG-Zielsetzung fokussierter anzugehen? Würden sich dadurch nicht neue Businessmodelle ergeben?  Denn so viel steht fest: Das tatsächliche Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft und so wie die ESG-Kriterien bei vielen institutionellen Investoren schon standardmäßig im Investitionsprozess analysiert werden, könnte es uns vielleicht auch gelingen, den Impact genauso hoch zu priorisieren und eine entsprechende Analyse als Standardprozess zu implementieren. Das Resultat könnte uns überraschen: die Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene.

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