Bewertung von Sozialkapital
Änderungen für den UGB-Abschluss

23.02.2016
Autorinnen: Marie-Luise Schelander und Margot Michalitsch

Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen nach UGB werden oftmals nach finanz-mathematischen Grundsätzen bewertet. Das Rechnungslegungs-Änderungsgesetz 2014 sieht jedoch vor, dass die Bewertung dieser bzw. vergleichbarer langfristig fälliger Verpflichtungen für Wirtschaftsjahre beginnend nach dem 31.12.2015 nach versicherungsmathematischen Grundsätzen anzusetzen ist.

Für diese Verpflichtungen ist somit eine versicherungsmathematische Vergleichsrechnung gemäß der AFRAC (Austrian Financial Reporting and Auditing Committee)-Stellungnahme vom 24. Juni 2015 erforderlich.

Weichen die Resultate der Vergleichsrechnung wesentlich vom finanzmathematischen Wert ab, muss auf die versicherungsmathematische Bewertung umgestiegen werden. Ein freiwilliger Umstieg auf versicherungsmathematische Berechnungen ist jederzeit möglich.

Weiters ist die Bewertung der UGB-Rückstellungen mit einem Realzins für Wirtschaftsjahre beginnend nach dem 31.12.2015 nicht mehr zulässig. Zukünftige Entwicklungen, wie z. B. Gehaltsvalorisierung, Pensionsvalorisierung und Fluktuation müssen in den Berechnungen explizit berücksichtigt werden (siehe unsere Aussendung vom Juli 2015).

Bei Umstieg auf eine neue Berechnungsmethode können allfällige Differenzen auf bis zu 5 Jahre gleichmäßig verteilt werden.

Ab dem 01.01.2016 entfällt gemäß Steuerreformgesetz 2015/16 die Befreiung der Sozialversicherungspflicht für Jubiläumsgelder.*) Zusätzlich sind Jubiläumsgeldzahlungen auch BVK-beitragspflichtig. Das bedeutet, dass in den Jubiläumsgeldrückstellungen ab sofort auch Dienstgeberanteile für die Sozialversicherung sowie BVK-Beiträge berücksichtigt werden müssen. Für Abschlüsse nach dem 14.08.2015 gemäß UGB und EStG können sich dadurch Aufschläge von bis zu 30 Prozent statt bisher knapp 8 Prozent Lohnnebenkosten ergeben.

Mercer unterstützt Sie bei der notwendigen Umsetzung der jeweiligen Punkte aus den jüngsten Gesetzesänderungen:

  • Sie erhalten von uns die notwendigen versicherungsmathematischen Vergleichsrechnungen, die als Basis für den Dialog mit den Wirtschaftsprüfern und als Entscheidungsgrundlage für einen allfälligen Umstieg dienen.
  • Wir begleiten Sie beim Umstieg auf die versicherungsmathematische Berechnung und bewerten Ihre Jubiläumsgeldrückstellung unter Berücksichtigung der aktuellen Gesetzeslage.
     

(*) Jubiläumsgelder werden als Sonderzahlungen gesehen und sind bis zur doppelten Höchstbeitragsgrundlage sozialversicherungsbeitragspflichtig. BVK-Beiträge müssen für die gesamte Jubiläumsgeldzahlung geleistet werden.

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