Mercer | Überbetriebliche Pensionskassen mit negativer Performance 2018

Überbetriebliche Pensionskassen mit negativer Performance 2018

Überbetriebliche Pensionskassen mit negativer Performance 2018, aber langfristig mit guten Erträgen

  • 26. Februar 2019
  • Austria, Wien
  • BONUS Pensionskasse mit drei ersten Plätzen
  • Langfristige Betrachtung beweist Risikotragfähigkeit des Systems

Die Gesamtperformance der überbetrieblichen Pensionskassen lag für das Jahr 2018 bei -5,60 Prozent (2017: 6,34 Prozent). In einer aktuellen Analyse der überbetrieblichen Pensionskassen für das Jahr 2018 durch das Beratungsunternehmen Mercer belegte die BONUS Pensionskasse drei erste Plätze. Sie meisterte das schwierige Marktumfeld in folgenden Anlagekategorien am besten: „ausgewogen“ (-4,16 Prozent), „aktiv“ (-4,76 Prozent) sowie „dynamisch“ (-5,34 Prozent), der Kategorie mit dem höchsten Aktienanteil. Die VBV-Pensionskasse führt das Ranking in der „defensiven“ Kategorie mit -0,31 Prozent an, die ALLIANZ Pensionskasse in der „konservativen“ Kategorie mit -2,63 Prozent.

„Das Jahr 2018 war verlangungstechnisch ein sehr schwieriges Jahr. Es gab nur einige wenige Assetklassen, die einen positiven Renditebeitrag leisten konnten, z. B. Immobilien und Private Markets“, kommentiert Michaela Plank, Expertin für betriebliche Altersvorsorge bei Mercer Österreich.

Der Unterschied in den Ergebnissen, speziell im vierten Quartal, ist den Absicherungen geschuldet, also Mechanismen im Portfolio, die allzu hohe Verluste vermeiden.  Pensionskassen, die solche Finanzinstrumente eingesetzt haben, konnten das Ergebnis phasenweise etwas verbessern. Durch die Absicherungen senkt sich der Anteil der Aktieninvestitionen im Portfolio. Allerdings stieg die Relevanz von Aktieninvestitionen gerade zu Jahresbeginn 2019 wieder, weil sich die Märkte erneut gut entwickelt haben.

„Die Pensionskassen sind es gewohnt, solche Volatilitäten am Markt, also Schwankungen, die immer wieder auftreten, zu steuern“, erläutert Plank. „Wie die langfristige Betrachtung zeigt, funktioniert das System über die Veranlagungszeiträume, die für die Altersvorsorge wichtig sind.“

Zu erwähnen ist noch, dass die Performance der Pensionskassen eine Stichtagsbetrachtung ist. Aufgrund der Absicherungen bei einigen Kassen, verbunden mit Dachfondskonstruktionen und deren Bewertung an unterschiedlichen Handelstagen, kann es hier noch zu einer Korrektur der Ergebnisse kommen.

Vorsorgekassen: geringerer Performancerückgang dank defensiver Veranlagungsausrichtung

Weitaus weniger negative Ergebnisse – geschuldet der rein defensiven Veranlagungsausrichtung – können die Betrieblichen Vorsorgekassen im Jahr 2018 vorweisen: fair-finance erzielte als bester Anbieter eine Performance von -0,68 Prozent. Auf den Rängen zwei und drei liegen NÖVK mit -1,25 Prozent sowie die ALLIANZ mit -1,59 Prozent. Im Durchschnitt aller Vorsorgekassen lag die Rendite bei -1,97 Prozent (2017: 2,15 Prozent). „Bei negativer Performance darf die Vorsorgekasse für das entsprechende Jahr keine Vermögensverwaltungskosten abziehen, sondern muss diese auf das nächste Jahr vortragen“, so Plank.

Langfristige Performance muss im Vordergrund stehen

Für den Aufbau einer adäquaten Zusatzvorsorge für die Pension spielen kurzfristige Performancebetrachtungen eine eher untergeordnete Rolle. Portfolios werden über Jahrzehnte aufgebaut, und hier zeigt sich eine deutlich positive Performance der überbetrieblichen Pensionskassen.

Aus der Analyse ergibt sich folgendes Ranking für den 5-jährigen Zeitraum 2014 bis 2018: Die VBV-Pensionskasse trug drei Siege davon, und die ALLIANZ Pensionskasse erzielte zweimal die beste Performance. Die VBV-Pensionskasse in den Kategorien „defensiv“ (3,14 Prozent), „konservativ“ (3,10 Prozent) und „dynamisch“ (3,54 Prozent), die ALLIANZ bei „ausgewogen“ (durchschnittliche Rendite pro Jahr 3,70 Prozent), und „aktiv“ (3,46 Prozent).

Im langfristigen Vergleich der überbetrieblichen Pensionskassen über einen Zeitraum von zehn Jahren ergibt sich folgendes Bild:

  • Kategorie „defensiv“: BONUS (2,89 Prozent
  • Kategorie „konservativ“: APK (4,05 Prozent)
  • Kategorie „ausgewogen“: ALLIANZ (4,56 Prozent)
  • Kategorie „aktiv“: APK (4,97 Prozent)
  • Kategorie „dynamisch“: VALIDA (4,86 Prozent)

Im heimischen Pensionskassensystem ist die Jahresperformance für bereits Pensionierte ein wichtigerer Faktor, weil sie im schlimmsten Fall zu Kürzungen der Auszahlung führen kann. Allerdings lassen sich hier durch Sicherheitsmechanismen – bei angemessenen Vertragsparametern – allzu hohe Kürzungen vermeiden.

"Wenn wir einen Pensionisten heranziehen, der 2008 in Pension gegangen ist, entwickelt sich seine Pension mit einem marktüblichen Rechnungszins von 3,5 Prozent über einen Zeitraum von zehn Jahren vorwiegend gleichbleibend. Grund für diese Entwicklung ist der Rechnungszins in marktüblicher Höhe, mit dem die Schwankungsrückstellung (siehe Glossar) bei Bedarf ausreichend dotiert werden kann. Entsprechend ist genug Puffer für die zwei negativen Jahre (2011 und 2018) vorhanden“, erläutert Plank. Für Neueintritte wurde der maximal erlaubte Rechnungszins 2016 per Gesetz auf 2,5 Prozent gesenkt.

Wichtig für das System ist daher die marktgerechte Festlegung des Rechnungszinses.

Mercer-Expertin Plank: „Leider gibt es noch viele Verträge mit hohem Rechnungszins – teilweise bis zu 6,5 Prozent. Die erforderliche Performance pro Jahr zu erwirtschaften ist unter den Kapitalmarktgegebenheiten unmöglich. Hier kommt es leider immer wieder zu Pensionsanpassungen.“

Glossar

„Rechnungszins“:
Mit dem Rechnungszins werden Pensionsleistungen, die man auf Grund der Beiträge erwarten kann, oder auch jene Beiträge errechnet, die voraussichtlich nötig sind, um eine bestimmte Pensionsleistung zu erreichen. Wenn eine Pensionskasse in einem Jahr diesen Prozentsatz erwirtschaftet, wird in der Regel im folgenden Jahr die gleiche Pension wie im Vorjahr ausgezahlt.

„Schwankungsrückstellung“:
Die Schwankungsrückstellung dient der Glättung von kapitalmarktbedingten Ertragsschwankungen.
In ertragsstärkeren Jahren kann ein Teil der Performanceergebnisse zum Aufbau dieser Rückstellung verwendet werden, um in ertragsschwächeren Jahren Performanceverluste auszugleichen.
Sinn und Zweck dieser Reserve ist es somit, in schlechten Veranlagungsjahren Pensionskürzungen zu vermeiden, da sie durch Zahlungen aus der Schwankungsrückstellung aufgefangen werden.

Über Mercer (www.mercer.com)

Mercer bietet Beratung und digitale Lösungen, die Unternehmen dabei helfen, die Anforderungen in den Bereichen Gesundheit, Wohlstand und Karriere in einer sich wandelnden Arbeitswelt zu erfüllen. Mit mehr als 23.000 Mitarbeitern in 44 Ländern ist Mercer in über 130 Ländern tätig. Mercer ist ein Tochterunternehmen der Marsh & McLennan Companies (NYSE: MMC), dem führenden globalen Anbieter von professionellen Dienstleistungen zu den Themen Risiko, Strategie und HR. Mit einem Jahresumsatz von 14 Mrd. USD und fast 65.000 Mitarbeitern weltweit hilft Marsh & McLennan Companies seinen Kunden dabei, in einem immer dynamischeren und komplexeren Umfeld erfolgreich zu agieren. Zu Marsh & McLennan Companies gehören auch Marsh, Guy Carpenter und Oliver Wyman.

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