Performance der Pensionskassen und Vorsorgekassen zum dritten Quartal 2020 hat sich wesentlich verbessert

19. November 2020

Österreich, Wien

 
  • Analog zur Volatilität auf den Kapitalmärkten sind die Zahlen noch leicht negativ 
  • Langfristige Performance steht im Vordergrund
  • Notwendigkeit der Reformierung der betrieblichen Säule bleibt aufrecht
 

Die bereits im Frühjahr gestartete Aufholjagd der österreichischen überbetrieblichen Pensionskassen hat sich auch in den letzten Monaten fortgesetzt, sodass für das dritte Quartal ein Plus von gesamt 1,79 Prozent erzielt werden konnte.

 

Das unterjährige Gesamtergebnis der überbetrieblichen Pensionskassen ist aufgrund der Verluste im ersten Quartal aber noch negativ und liegt Ende September bei -2,84 Prozent. Nach dem Einbruch im März hat sich die bereits im April gestartete Aufholjagd fortgesetzt – nur der September hat vereinzelt einen negativen Performancebeitrag geliefert.

 

In der aktuellen Analyse der überbetrieblichen Pensionskassen zum dritten Quartal 2020 durch das Beratungsunternehmen Mercer belegen sowohl die Allianz Pensionskasse als auch die VBV-Pensionskasse jeweils zwei erste Plätze. Allianz meistert das schwierige Marktumfeld in folgenden Anlagekategorien am besten: „konservativ“ (-1,13 Prozent) sowie „ausgewogen“ (-1,42 Prozent). Die VBV führt die Kategorie „defensiv“  (-0,19 Prozent) bzw. „aktiv“ (-2,55  Prozent) an, die APK liegt bei der Kategorie dynamisch“ (-1,80 Prozent), der Kategorie mit dem höchsten Aktienanteil, an vorderster Front.

 

 „Das Jahr 2020 ist veranlagungstechnisch ein herausforderndes Jahr. Für den verbleibenden Jahresverlauf sind die Risiken an den Finanzmärkten nach wie vor erhöht. Die weiteren und gerade aktuellen Entwicklungen der Pandemie und damit einhergehend mögliche negative Konjunkturfolgen könnten sich erneut auf die Finanzmärkte auswirken. Daher ist es für die Pensionskassen von Wichtigkeit, ein funktionierendes Risikomanagement und eine ausreichende Diversifikation der Portfolien aufzubauen“, kommentiert Michaela Plank, Expertin für betriebliche Altersvorsorge bei Mercer Österreich.  „Die österreichischen Pensionskassen veranlagten per 31.12.2019 mehr als 15 Milliarden Euro nachhaltig – nach den anerkannten Standards der ‚Principles for Responsible Investment‘ der Vereinten Nationen. Das sind rund 61,5 Prozent des Gesamtvolumens.  Der Fokus auf eine klimaneutrale Veranlagung wird sich auch in den nächsten Jahren in der Pensionskassenlandschaft entsprechend fortsetzen.“

 

Ergebnis der Betrieblichen Vorsorgekassen zum dritten Quartal 2020

 

Die Betrieblichen Vorsorgekassen konnten ebenfalls seit dem Einbruch im März 2020 einiges an Performance gut machen. Das durchschnittliche Marktergebnis zum 30.09.2020 liegt bei -1,11 Prozent. Betrachtet man die Performancewerte der einzelnen Vorsorgekassen, ergeben sich doch Unterschiede im Anlageergebnis – die Bandbreite reicht von -0,50 Prozent bis zu -2,08 Prozent – diese jedoch mit einem Aktienanteil von mehr als 40 Prozent.

 

Die Bonus Vorsorgekasse  (VG 2) liegt mit -0,50 Prozent an erster Stelle, gefolgt von der VBV-Vorsorgekasse mit
 -0,52 Prozent und abermals der  BONUS Vorsorgekasse − diesmal  VG 1 − mit -0,68 Prozent an dritter Stelle.

 

Da die Betrieblichen Vorsorgekassen eine Kapitalgarantie gewähren müssen, können die bis dato für die Berechtigten einbezahlten Beiträge nicht weniger werden.

 

Jedoch ist der wesentliche Parameter der Betrieblichen Vorsorgekassen – die Kapitalgarantie – zwar kurzfristig ein geeignetes Instrument um Schwankungen abzufedern, langfristig hemmt die Garantie aber durch die risikoaverse Veranlagung gute Performanceergebnisse, welche für den Berechtigten auf der Kontoinformation jedes Jahr ersichtlich ist.

 

Gefordert ist daher eine Reform der Betrieblichen Vorsorgekassen in Richtung Erweiterung der Behaltedauer von aktuell drei Jahren auf zehn Jahre mit gleichzeitiger Ausweitung der Veranlagungsgrenzen und dem optionalen Verzicht auf die Kapitalgarantie.

 

Die Kosten der Garantie sind für kleine Beiträge nicht hoch, aber kombiniert mit den festgelegten Beitragsverwaltungskosten jeder Vorsorgekasse, bleibt für die effektive Veranlagung nicht mehr viel an Beitrag übrig. Dies unterstützt somit nicht den Wunsch nach einer ausreichenden Performance durch die Veranlagung am Kapitalmarkt, sondern drückt die Rendite.

 

Weitere Forderungen an die Regierung zur Aufrechterhaltung des Pensionssystems – trotz oder vor allem wegen der Corona-Pandemie

 

Die Finanzierung des staatlichen Umlagesystems wird immer schwieriger, speziell durch die nun aktuell notwendigen Corona-Maßnahmen fehlt in den nächsten Jahren Geld zur Subventionierung des staatlichen Pensionssystems. Daher ist es unumgänglich, sich abseits der Corona-Krise so schnell wie möglich mit den Alternativen der betrieblichen und privaten Vorsorge zu beschäftigen. Eine attraktive und marktübliche betriebliche Vorsorge stellt eine sinnvolle Ergänzung dar. Die Empfehlungen an die Regierung zur Absicherung des gewohnten Lebensstandards bleiben daher unverändert:

 

  • Verstärkte Einbeziehung der zweiten und dritten Pensionssäule zur nachhaltigen Sicherung des heimischen Pensionssystems
  • Schaffung von Rechtsgrundlagen für eine Entgeltumwandlung mittels Einbindung in Kollektivverträge für eine steuerschonende Pensionsvorsorge
  • Deutliche Erhöhung der steuerfreien Zukunftssicherung von 300 Euro im Jahr auf 1.000 Euro, um eine Basisaltersvorsorge zu Pensionsantritt zu gewährleisten
  • Adaptierungen der Funktionsweise der Betrieblichen  Vorsorgekassen und Pensionskassen im Rahmen der betrieblichen Vorsorge

 

„Besonders unterstreichen wollen wir noch einmal die Empfehlung, steuerliche Anreize für Eigenbeiträge zu schaffen. Es ist wichtig, dass die Beiträge der Arbeitnehmer*innen, die in die betriebliche Vorsorge eingezahlt werden, steuerlich absetzbar sind“, erklärt Plank.

 

Über Mercer

Mercer setzt sich dafür ein, die Zukunft mutig und intelligent zu gestalten – durch die Transformation der Arbeitswelt, eine Verbesserung von Vorsorge- und Investmentlösungen sowie durch den Einsatz für Gesundheit und Wohlergehen. Mit mehr als 25.000 Mitarbeitern in 44 Ländern ist Mercer in über 130 Ländern tätig. Mercer ist ein Tochterunternehmen von Marsh & McLennan (NYSE: MMC), dem führenden globalen Anbieter von professionellen Dienstleistungen zu den Themen Risiko, Strategie und HR – mit einem Jahresumsatz von 17 Mrd. USD und 76.000 Mitarbeitern. Als Marktführer hilft Marsh & McLennan seinen Kunden, in einem immer dynamischeren und komplexeren Umfeld erfolgreich zu agieren. Zur Unternehmensgruppe gehören auch Marsh, Guy Carpenter und Oliver Wyman. Für weitere Informationen besuchen Sie uns auf http://www.mercer.at oder folgen Sie uns auf Twitter @Mercer_at.

 

Mercer Austria (www.mercer.at)

Mit mehr als 15 Expertinnen und Experten am Standort Wien zählt Mercer in Österreich zu den führenden Anbietern von Personalvorsorgeberatung, Investment Consulting und Lösungen sowie Beratung im Bereich Vergütungsmanagement. 

 

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