Mercer | Österreichische Vorsorgekassen mit starkem Klima-Fokus

Österreichische Vorsorgekassen mit starkem Klima-Fokus | Mercer

Österreichische Vorsorgekassen mit starkem Klima-Fokus

  • 22. November 2018
  • Austria, Wien
  • Unterschiedliche Ansätze zur Nachhaltigkeit bei „Abfertigung Neu“
  • Kurzfristiger Markteinbruch trübt gute Langzeitrendite bei Vorsorge- und Pensionskassen

Dieses Jahr lässt eine generelle Schwäche der Aktienmärkte die Veranlagungsergebnisse der Vorsorgekassen, die die Gelder der „Abfertigung Neu“ verwalten, eher gering ausfallen. Die Durchschnittsperformance zum 30. September 2018 beträgt -0,11 Prozent, wobei sich die Bandbreite der Rendite der einzelnen Vorsorgekassen zwischen 0,30 und -0,50 Prozent bewegt1. Der aktuelle Performance-Anführer ist die ALLIANZ. Die BONUS VG 2 – ehemalige Victoria Vorsorgekasse – liegt mit 0,11 Prozent performancemäßig derzeit auf dem zweiten Platz. An dritter Stelle findet sich die fair-finance mit knapp über 0 Prozent.

„Vor dem Hintergrund, dass die Vorsorgekassen keine Vermögensverwaltungskosten abziehen dürfen, wenn die Veranlagungserträge eines Geschäftsjahres für die Vergütung nicht ausreichen, wird das letzte Quartal spannend“, so Michaela Plank, Expertin für betriebliche Altersvorsorge bei Mercer. Doch der Veranlagungserfolg der Vorsorgekassen ist langfristiger zu betrachten. Seit dem Jahr 2004 haben diese eine durchschnittliche Performance von 2,26 Prozent erzielt.

Nachhaltigkeit bei den Vorsorgekassen

Weitblick spielt bei den Vorsorgekassen generell eine große Rolle: Seit Einführung des Systems haben sich die Anbieter der nachhaltigen Veranlagung verschrieben. „Die Vorsorgekassen übernehmen eine Pionierrolle beim Thema Nachhaltigkeit in Österreich. Die Investitionen erfüllen die definierten Nachhaltigkeitskriterien und können sich im internationalen Vergleich sehen lassen“, analysiert Angelika Delen, Head SRI bei Mercer in Österreich, den Markt.

„Um mehr über die unterschiedlichen Investmentstrategien im Bereich Klima zu erfahren, haben wir uns bei den österreichischen Vorsorgekassen umgehört. Dabei wurden einige Trends deutlich“, erklärt Delen weiter. So ist die Messung des CO2-Fußabdruckes von Teilen des Portfolios weit verbreitet. Eine Vorsorgekasse inkludiert sowohl Aktien als auch Anleihen in diese Kennzahl. Eine andere hat als erster Finanzdienstleister im deutschsprachigen Raum das internationale Montréal Pledge-Abkommen unterzeichnet und verpflichtet sich damit, diese Kennzahl für das Aktienportfolio jährlich auszuweisen. Andere Anbieter messen diesen Wert zwar, leiten daraus aber (noch) keine Konsequenzen für Investitionen ab.

Praktisch universell verbreitet ist auch der Ausschluss von CO2-intensiven Industrien wie Kohleförderung oder Fracking. Viele Vorsorgekassen haben sich darüber hinaus aus Staatsanleihen von Ländern zurückgezogen, die das Pariser Klimaabkommen nicht ratifiziert haben. Neben Ausschlusskriterien und Divestments sind den Vorsorgekassen aber auch Investitionen in Unternehmen wichtig, die beispielsweise alternative Energien oder Aufforstungsprojekte unterstützen. Darüber hinaus wird der CO2-Fußabdruck des eigenen Unternehmens genau beobachtet und, wenn möglich, verringert oder durch Investitionen neutralisiert.

„Nachhaltigkeit stellt keinen Widerspruch zum Wachstum dar. Im Gegenteil, daraus ergeben sich neue Opportunitäten und Business-Modelle, die es zu nutzen gilt. Letztendlich muss jeder Investor entscheiden, ob er aktiv mitentscheiden bzw. mitgestalten oder eine passive Rolle übernehmen will“, gibt Delen zu bedenken.

Nullrunde bei den Pensionskassen

Die zum Teil negative Performance bei den Vorsorgekassen spiegelt sich auch – im größerem Ausmaß – bei den Pensionskassen wider. „Die US-Aktien waren – trotz oder gerade wegen der aktuellen US-Politik – weiterhin positiv, wohingegen die Emerging Markets in allen Assetklassen stark im Minus standen“, erläutert Plank.

Die überbetrieblichen Pensionskassen erzielten zum 30. September 2018 eine durchschnittliche Performance von -1,14 Prozent. Die Performance-Bandbreite über die einzelnen Veranlagungsklassen reicht dabei von 1,13 bis -2,77 Prozent. Sowohl der Top-Wert als auch das schlechteste Ergebnis wurden jeweils in der dynamischen Veranlagungsklasse erzielt, also jener mit dem höchsten Aktienanteil und damit auch der höchsten Marktvolatilität.


Performance der Pensionskassen im 3. Quartal 2018 

  
  Die Bestplatzierten pro Veranlagungstyp:

  Defensiv (Aktienanteil ≤16%)                                   BONUS Pensionskassen AG

  Konservativ (16% < Aktienanteil ≤ 24%)                   Allianz Pensionskassen AG

  Ausgewogen (24% < Aktienanteil ≤ 32%)               Allianz Pensionskassen AG

  Aktiv (32% < Aktienanteil ≤ 40%)                             BONUS Pensionskassen AG

  Dynamisch (Aktienanteil > 40%)                              BONUS Pensionskassen AG



Ausblick auf das Jahresende

Im Oktober 2018 hatten die Aktien neuerlich einen schweren Stand und mussten stark an Gewinnen einbüßen. Dies hat alle Pensionskassen nochmals massiv getroffen. Nach den Mid-Term-Wahlen in den USA war eine klare Erleichterung an den Märkten zu spüren und US-Aktien zeigten eine positive Kursentwicklung. In Europa bleiben sämtliche Unsicherheiten vorerst bestehen.

„Die Pensionskassen werden sich bis Jahresende klar positionieren müssen. Entweder sie bleiben investiert und hoffen auf eine Jahresend-Rallye – oder sie sichern doch die bisherige Performance ab, um mögliche Schwankungen zum Jahresende zu umgehen“, erläutert Plank.

Die Pensionskassenberechtigten sind aus den letzten Jahren eine gute Performance gewohnt. Diese wird 2018 – aufgrund der Kapitalmarktgegebenheiten – ausfallen. Es muss mit einer Korrektur am Markt gerechnet werden.

Über Mercer (www.mercer.com)

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1 Alle Zahlen beruhen auf Angaben der Pensionskassen.

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