Investitionen in alternative Anlageklassen nehmen weiter zu

Presseinformation

Investitionen in alternative Anlageklassen nehmen weiter zu

  • 18. Mai 2015
  • Austria, Wien

• Umschichtung von Anleihen zu Alternatives stärker als zu Aktien
• Passives Management wird wichtiger
• Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren gewinnen an Bedeutung

Durchschnittlich 14 Prozent des Gesamtanlagevolumens europäischer Pensionspläne ist in alternative Anlageklassen investiert (2014: 12 Prozent). Zu diesem Ergebnis kommt der Mercer European Asset Allocation Survey 2015, der mehr als 1.100 europäische betriebliche Altersversorgungseinrichtungen mit einem Anlagevolumen von über 950 Mrd. Euro berücksichtigt. Laut Studie hat die Aktienquote in Kontinentaleuropa leicht zugenommen, während sie in Irland und UK gefallen ist.

„Unsere Studie zeigt deutlich, dass es im letzten Jahr keine großen Umschichtungen von Anleihen in Richtung Aktien gab, wie von verschiedenen Seiten prophezeit. Zwar sind Investitionen in Anleihen in den meisten Ländern gesunken, doch die entstandene Lücke wurde eher über Real Estate und alternative Anlageklassen gefüllt“, so Herwig Kinzler, Leiter des Bereichs Investments bei Mercer in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei zeigt sich besonderes Interesse an Growth-oriented Fixed Income, zu dem Assets wie Emerging Market Debt, Multi-Asset Credit und Private Debt zählen. Mittlerweile sind 40 Prozent aller europäischen Pläne in dieser Anlageklasse investiert.

„In Zukunft erwarten wir, dass Strategien zur Risikominderung weiter an Bedeutung gewinnen. Allokationen in Aktien werden im In- und Ausland zugunsten von Anleihen, insbesondere inländische Staats- und Unternehmensanleihen, reduziert. Auch Investitionen in Real Estate und alternative Anlageklassen werden weiter an Bedeutung gewinnen“, so Kinzler weiter.

Österreichische Pensionskassen setzen auf Aktien*

Die österreichischen Pensionskassen haben 2014 ihren Fokus auf Aktien gelegt. Dieser Trend setzt sich auch 2015 fort. Im Durchschnitt erzielten sie im letzten Jahr eine Rendite von 7,85 Prozent. Um das Versorgungslevel 2015 auf Vorjahresniveau halten zu können, müssen die Pensionskassen zwischen 3 und 6,5 Prozent Rendite erwirtschaften. Diese Ziele wurden bislang großteils erreicht.

„Die Pensionskassen werden wohl auch im Jahr 2015 weiter in Aktien investieren müssen, um ihre Ziele zu erreichen“, so Michaela Plank, Pensionskassenexpertin von Mercer in Österreich. „Bis dato haben sie dadurch eine zufriedenstellende Performance erwirtschaftet. Jedoch kann sich auf den Kapitalmärkten das Umfeld schnell ändern – zuletzt gab es Anfang Mai Kursrückgänge. Für die Pensionskassen ist es daher wichtig, die erzielten Gewinne so gut wie möglich abzusichern, um so Verluste zu begrenzen“, kommentiert Plank.

Der Veranlagungserfolg konnte vor allem durch die positive Entwicklung an den Kapitalmärkten erzielt werden. Sowohl die Aktienmärkte als auch die Anleihenmärkte haben große Kursgewinne erzielt. Stark wirksam sind bei den Pensionskassen auch die diversifizierte Veranlagungsstruktur und das aktive Veranlagungsmanagement, mit dem auf Veränderungen rasch und professionell reagiert wird. Denn Pensionskassen veranlagen zum einen ertragsorientiert für ihre Kunden, achten aber gleichzeitig äußerst sorgfältig auf das Risikomanagement.

„Gewinnabsicherung und damit verbunden ein aktives Risikomanagement sind die Treiber der verbleibenden Pensionskassenveranlagung im Jahr 2015. Eine breitere Diversifikation, u. a. im Bereich alternative Investments, ist ebenfalls anzuraten“, so Plank.

Passives Management und ESG-Faktoren werden wichtiger

Laut Studie verfolgen die europäischen Pensionspläne für große Teile ihrer Allokationen in Aktien und Anleihen passive Managementstrategien. Durchschnittlich 49 Prozent der Aktien und 44 Prozent der Anleihen werden mittlerweile passiv investiert, eine Steigerung gegenüber 2014 von 4 bzw. 7 Prozent. „In Europa wird Rendite durch geschicktes Management („Alpha“) von institutionellen Investoren mittlerweile in alternativen und unregulierten Anlagen gesucht. Aktien und Anleihen dienen vermehrt zur Realisierung einfacher „Beta“-Rendite“, kommentiert Kinzler. „Es gibt aber nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen den Anlegern, je nach deren Größe und Risikobudget. Je größer der Investor, desto eher wird ein aktives Management über das gesamte Portfolio hinweg verfolgt.“

Die europäischen Pensionspläne legen im Investment-Prozess zunehmend Wert auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG). Nur 35 Prozent der Befragten gaben an, das diese Aspekte für sie keine Rolle spielen (2014: 48 Prozent). „Insbesondere im Bereich Manager-Selektion und -Monitoring – sowohl im aktiven wie passiven Bereich – spielen ESG-Faktoren mittlerweile eine zentrale Rolle. Dabei geht es vor allem darum, mögliche finanzielle und Reputationsrisiken zu vermeiden“, so Kinzler.

* Die österreichischen Pensionskassen wurden unabhängig vom Mercer „European Asset Allocation  Survey" 2015 untersucht, da diese nicht Teil der Studie waren.

Über Mercer (www.mercer.com)

Mercer zählt mit über 20.000 Mitarbeitern in mehr als 40 Ländern zu den führenden globalen Anbietern von Dienstleistungen in den Bereichen Talent, Health, Retirement und Investments. Die Berater von Mercer unterstützen Unternehmen bei der Gestaltung und dem Management von betrieblichen Nebenleistungen, insbesondere im Bereich betriebliche Altersversorgung und Gesundheitsleistungen sowie bei der Optimierung des Human Capital Managements. Das Unternehmen ist überdies einer der führenden Anbieter von Verwaltungslösungen für betriebliche Nebenleistungen. Die Mercer-Dienstleistungen im Bereich Investments beinhalten das Investment Consulting sowie Multi-Manager Investment-Produkte. Das Unternehmen ist Teil der Marsh & McLennan Companies, Inc. (www.mercer.com). Die Aktie der Muttergesellschaft ist mit dem Ticker-Symbol MMC an den Börsen New York, Chicago, Pacific und London notiert.

Mercer (Austria) GmbH, www.mercer.at

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