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Europäische Altersvorsorgeeinrichtungen wappnen sich gegen Inflation


Österreich
Wien, 3 May 2011

 



 

Europäische Altersvorsorgeeinrichtungen wappnen sich gegen Inflation

 

  • Sorge um Inflation bei 80 Prozent der untersuchten Altersvorsorge-einrichtungen gestiegen
  • Aktienquote bei Pensionskassen in Österreich leicht angestiegen
  • Trend zur Erhöhung der Diversifikation im Rentenbereich

 

Wien, den 3. Mai 2011

 

Europäische betriebliche Altersvorsorgeeinrichtungen sorgen sich angesichts der weiterhin volatilen Märkte zunehmend um die möglichen Auswirkungen einer steigenden Inflation. Dies ist das Ergebnis einer europaweiten Studie des internationalen Beratungsunternehmens Mercer, in deren Rahmen 1.100 europäische betriebliche Altersvorsorgeeinrichtungen mit einem Vermögen von insgesamt mehr als 550 Mrd. Euro berücksichtigt wurden. 80% der untersuchten Einrichtungen machen sich aktuell stärkere Sorgen über die steigende Inflation als noch im vergangenen Jahr.

 

Von den Einrichtungen, die aufgrund der Inflation besorgt sind, planen 38% sofortige Maßnahmen, um sich vor einer steigenden Inflation zu schützen. 18% planen, ihre Investitionen in inflationsindexierte Anleihen zu erhöhen, 5% wollen den Anteil an Vermögenswerten, die sensitiv auf Inflationsänderungen reagieren, erhöhen und 3% den Anteil an Inflationsswaps. Die verbleibenden 12% setzen auf andere Maßnahmen, beispielsweise die Einführung bestimmter Mechanismen zum sukzessiven Aufbau des Inflationsschutzes. Dabei werden die Anteile an inflationsgebundenen Anleihen oder Swaps bei Überschreitung gewisser Schwellenwerte nach und nach erhöht.

 

„Die vergangenen zwölf Monate waren von raschen Stimmungswechseln zwischen Optimismus und Pessimismus geprägt. Die Niedrigzinspolitik und Quantitative Easing haben ideale Voraussetzungen für einen Inflationsanstieg geschaffen“, so Herwig Kinzler, Leiter des Bereichs Investment Consulting in Central Europe.

 

Eine Absicherung durch den Kauf von inflationssichernden Anlagen, beispielsweise inflationsindexierte Anleihen und Swaps, erscheint teuer. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die Ereignisse, gegen die man sich damit „versichert“, eventuell niemals eintreten. Die Altersvorsorgeeinrichtungen sollten daher die genauen Auswirkungen, die eine erhöhte Inflation über die Gehaltsdynamik und Rentenanpassung auf ihre Verpflichtungen hat, kennen.
„Möglicherweise wirkt sich ein Inflationsanstieg weniger negativ auf die Pensions-verpflichtungen aus, als man erwarten könnte“, erklärt Michaela Plank von Mercer in Österreich.


Trends in den Asset Allokationen der Altersvorsorgeeinrichtungen in Österreich und Europa

 

In Österreich ist 2010 die Aktienquote bei den Pensionskassen mit 36% gegenüber dem Vorjahr (33%) leicht angestiegen. In Großbritannien liegt der Aktienanteil derzeit bei 50%. Das sind 20 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2003, in dem die Studie erstmals durchgeführt wurde. In der Schweiz investieren die Altersvorsorgeeinrichtungen durchschnittlich 35% in Aktien, in den Niederlanden sind es 23%.

 

In den kommenden 12 Monaten planen 23% der befragten europäischen Vorsorge-einrichtungen, ihre Investitionen in Aktien ihrer Heimatmärkte zu verringern, während 20% beabsichtigen, verstärkt auf Staatsanleihen ihrer Heimatmärkte und/oder nicht-traditionelle Anlageklassen zu setzen.

 

Interesse an alternativen Rentenmärkten wächst

 

Der konstante Trend weg von Aktien hat dazu geführt, dass die größeren Pensionspläne in ganz Europa inzwischen vermehrt in Staatsanleihen ihrer Heimatmärkte investiert sind.  Da sich die Anleiherenditen jedoch auf historisch niedrigem Niveau befinden, besteht nun der Wunsch nach einer stärkeren Diversifikation des Renten-engagements zur Erhöhung des Renditeniveaus auf Gesamtportfolioebene. Viele denken daher über alternative Rentenmärkte nach, z. B. hochverzinsliche Anleihen und Emerging Market Debt.

So planen durchschnittlich 22% der untersuchten Einrichtungen, den Anteil an Emerging Market Debt zu erhöhen. Mehr als 6% streben eine weitere Diversifizierung über verschiedene Anleihemärkte hinweg an, indem sie die Investitionen in Distressed Debt steigern.

„Die moderaten Wachstumserwartungen der entwickelten Volkswirtschaften erhöhen die Attraktivität von Investitionen in den Schwellenländern. Dabei ist es für Anleger wichtig, nicht nur über den Aktienmarkt am Aufschwung dieser Länder teilzuhaben, sondern vielmehr das vollständige Wachstumspotenzial über verschiedene Anlageformen auszuschöpfen“, so Michaela Plank.
 

 

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